Klimaprojekte August 2019

Das Wasserstoff-Fahrzeug war das Highlight

Was ist die Fahrzeug-Technologie der Zukunft? Und ist ein Elektroauto wirklich das Allheilmittel für eine klimafreundliche Mobilität?

Diesen Fragen gingen die SchülerInnen der Stufen 8-12 in ihrer Projektgruppe im Rahmen der PJG-Klimatage nach. Dabei beschäftigten sie sich vor allem mit Vor-und Nachteilen der heutigen Lithium-Ionen-Akkus in den E-Mobilen und der mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeuge.

Am letzten Projekttag konnten sie dann ein Brennstoffzellen-Fahrzeug, einen Tesla, ein Erdgas-Fahrzeug sowie einen Telekom-Shuttle mit herkömmlichem Verbrennungsmotor in der Praxis erkunden, denn die T Mobility Solution (zuständig für die Fahrzeugflotte der Deutschen Telekom) kam mit Ihrer Geschäftsführerin Dr. Olga Nevska und einigen Mitarbeitern im PJG vorbei und stellte ihre Fahrzeuge mit alternativen Antrieben vor.  

Das Highlight war dabei neben dem Tesla eindeutig das Brennstoffzellen-Fahrzeug, das mit einem Anschaffungswert von über einer halben Million Euro auch das bisher einzige seiner Art in der Telekom-Flotte und erst vor wenigen Wochen als Leasing-Fahrzeug hinzugekommen ist.

Die SchülerInnen stellten für die Gäste beeindruckend ihre an den Projekttagen zuvor erarbeiteten Ergebnisse vor und diskutierten dann mit Frau Dr. Nevska die konkrete Umsetzung für die Praxis der Telekom-Flotte. Dabei schaffte Frau Nevska es sofort, durch ihre offene und herzliche Art mögliche Hemmschwellen bei den SchülerInnen zu überwinden.

Jakob Carnott moderierte als einer der Initiatoren des Projektes gekonnt zwischen den Veranstaltungsbausteinen.  Henry Breustedt und Jonas Döscher stellten in ihrem Vortrag über die Brennstoffzelle den größten Vorteil dieser Technik dar, der darin besteht, dass als Produkt ausschließlich reines Wasser entsteht und nicht – wie beim Verbrennungsmotor – das klimaschädliche CO2 -Gas freigesetzt wird. Dies demonstrierten die SchülerInnen im Anschluss an zwei Experimenten mit den „Brennstoffzellenkoffern“ (siehe Foto), die zeigten, welche chemischen Prozesse in der Brennstoffzelle ablaufen, und so konnten auch die Vertreter der Telekom noch etwas Chemie „dazulernen“, bevor die einzelnen Bestandteile, so z.B. der Wasserstofftank, auch beim Fahrzeug betrachtet werden konnten. Die Gewinnung des dabei erforderlichen Wasserstoffs wurde durch Konstantin Woitol im Demonstrationsversuch erläutert.

Die Funktionsweise sowie die Vor- und Nachteile der Lithium-Ionen-Akkus präsentierten im Anschluss gekonnt Johannis Pollitt und Hauke Kinnius.

Wie die ProjektteilnehmerInnen im Laufe ihrer Gespräche mit den Besuchern der Telekom Mobility  erfuhren, werden beim Wasserstoff-Auto mit einem Verbrauch von 1kg Wasserstoff-Gas (H2) auf 100km etwa 9Liter Wasser erzeugt und beim derzeitigen Preis für Wasserstoff entstehen dabei Kosten von ca. 10€ pro 100km, was vergleichbar ist mit den aktuellen Preisen beim herkömmlichen Verbrennungsmotor.

Allerdings gibt es bisher nur zwei Wasserstoff-Tankstellen im gesamten Köln-Bonner-Raum, so dass eine längere Fahrt mit dem Brennstoffzellenauto derzeit noch eine logistische Herausforderung ist, auch wenn der Tank mit einem Fassungsvermögen von 4,4 kg Wasserstoff-Gas bei moderater Fahrweise eine Reichweite von 400 km zulässt und damit absolut praxistauglich ist.
Der Tank, der unter dem Fahrzeug verbaut ist, wird von einem doppelten  Stahlmantel umgeben und der bestandene „Crashtest“ für den Tank, bei dem dieser von einem Kran aus hundert Metern Höhe fallen gelassen wurde, sorgt für ein absolut sicheres Gefühl beim Fahren mit dem Wasserstofffahrzeug.

Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um sowohl mit dem Tesla, als auch mit dem Brennstoffzellenauto eine kleine Runde mitzufahren und alle Fragen zu stellen, die sich im Laufe der Projekttage ergeben hatten.

Am Ende waren sich alle einig – das war ein rundherum gelungener Abschluss eines mehrtägigen Klimaprojektes, das Schüler der Klasse 10c initiiert hatten.

Die Resonanz war auf beiden Seiten so gut, dass Frau Dr. Nevska bereits Folgeprojekte mit verantwortlichen Lehrern und Schülern plant, was diese mit großem Interesse und Freude erwiderten.

 

  

  

PJG-Klimaprojekt zu Besuch bei Hans Stefan Steinheuer

Im Rahmen der zur Zeit laufenden Klimaprojekte am PJG beschäftigt sich eine Gruppe mit dem Thema „Mein Essen – unser Klima“. Dabei geht sie der Frage nach, wie man beim Einkaufen und Zubereiten von Speisen auf Klimafreundlichkeit achten kann. Da auch Stefan Steinheuer sich schon seit langem in seiner Restauration der Nachhaltigkeit verschrieben hat, lud er gerne die 29 Schülerinnen und Schüler in seine Küche und auch in seinen Garten ein, um ihnen deutlich zu machen, wie regionale und saisonale Küche sich positiv auf das Klima auswirken kann. Steinheuer: „Auf die Qualität der Produkte kommt es an und dass man danach fragt, woher sie kommen.“ Als kleine Kostprobe gab es verschiedene Säfte von Streuobstwiesen sowie ein Gourmet-Butterbrot, das vor den Augen der Schüler je nach Wunsch in Schinken-, aber auch vegetarischer, ja sogar veganer Version entstand und allen köstlich mundete. Besonders beeindruckten die im eigenen Saft gegarten Möhren mit ihrem ungewöhnlich intensiven Aroma. Auch der Garten, der liebevoll von Gärtner Berthold Stüsgen in Bioqualität gehegt wird, barg einige Überraschungen für die Schülerinnen und Schüler: schon vergessen geglaubte Kräuter und Wurzeln erleben hier eine Renaissance. Es gibt aber auch exotische Früchte wie die Anden-Gurke, die hier so prächtig gedeiht wie die Kiwis, die Stüsgen hier vor rund 30 Jahren aus den Samen einer Kiwifrucht züchtete. Voll solcher Inspirationen werden die PJG-Schüler sich nun gemeinsam ans Kochen begeben: sie wollen dabei nicht nur sich selbst, sondern auch Schüler der 5. Klassen bekochen und hoffen, so auch die jüngsten PJGler für klimafreundliches Essen zu begeistern.

 

Gärtner Berthold Stüsgen und Hans Stefan Steinheuer stellen PJGlern den Restaurant-Garten vor